Friedenslicht aus Bethlehem

17. Dezember 2016
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friedenslicht-austeilungJedes Jahr zwischen dem 3. Advent und Weihnachten verteilen die Pfadfinder das „Friedenslicht aus Bethlehem“. Mal gehen sie dazu in einzelnen Orten von Haus zu Haus, mal gestalten sie einen eigenen Friedenslichtgottesdienst, mal stehen sie auf einem Weihnachtsmarkt oder sind Teil eines „Lebendigen Adventskalenders“.

Das „Friedenslicht aus Bethlehem“ ist ein wunderbares Symbol, weil man mit ihm tatsächlich behutsam umgehen muss wie mit dem Frieden selbst. Es wird alljährlich neu in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem geholt, reist dann per Flugzeug nach Wien und wird von dort in einem beeindruckenden Aussendungsgottesdienst in alle europäischen Länder und zum Teil sogar nach Übersee geschickt. Vor allem Pfadfinder übernehmen dabei die Verteilung, reisen nach Wien und bringen von dort die Kerzenflamme in ihre Länder und Regionen. Dabei wird jede Kerze oder Petroleumleuchte immer nur an einer anderen, vom Friedenslicht angehündeten Kerze oder Lampe angemacht. Auf diese Weise wird tatsächlich die eine kleine Flamme aus Bethlehem hunderttausendfach vermehrt und weitergegeben.

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Die Bischöfe Heinz Josef Algermissen (Bistum Fulda) und Martin Hein (Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck) geben das Friedenslicht, das eine Delegation aus Wien gebracht hat, im Gottesdienst weiter.

Die Idee zu der Aktion hatte zwar im Jahr 1986 der Österreichische Rundfunk (ORF), doch die Idee passte so gut zum Pfadfindergedanken, dass schon bald Pfadfinder aus ganz Europa daran beteiligten.  Inzwischen ist es zu einem festen Weihnachtsbrauch geworden, den auch die Evangelischen Pfadfinder Vogelsberg gerne mittragen. Immer am Samstag vor dem 3. Advent gibt es in  Wien einen Gottesdienst, zu dem Delegationen aus inzwischen 30 Ländern kommen, um die Kerzenflamme zu holen und bei sich weiterzugeben. Weil die Flamme nie ausgehen darf und das Licht eben nur von Flamme zu Flamme weitergegeben wird, ist das in der heutigen durchregulierten Zeit manchmal schon ein bürokratischer Akt, eine Laterne mit brennender Kerze z.B. in einem Zug der Deutschen Bahn mitführen zu dürfen – aber es geht. In Schleswig-Holstein z.B. dürfen dazu Pfadfinder in Kluft zur Verteilung des Friedenslichts kostenlos und ohne Fahrkarte den Nahverkehr benutzen.

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Die Gruppe, die 2015 das Friedenslicht in Fulda geholt hat – hier mit unserem beliebten Motiv vor dem Dom, in dem die Aussendungsfeier stattfand.

Wir Vogelsberger Pfadfinder holen das Friedenslicht jedes Jahr am 3. Advent in Fulda, wo es in einem ökumenischen Gottesdienst verteilt wird. Dazu gibt es ein schönes Video aus dem Jahr 2012. Wenn auch die Mitwirkenden jedes Jahr andere sind, das Prozedere ist immer gleich, ein Ritual, ein Weihnachtsbrauch eben.

Das „Friedenslicht aus Bethlehem“ ist nur ein Symbol, nichts Wundersames, aber doch wird es von allen Beteiligten ernst genommen, denn genau das macht das Besondere an diesem Kerzenschein aus: man darf sich darauf verlassen, von Pfadfindern wirklich das ununterbrochen aus Bethlehem weitergegebene Feuerlein zu erhalten. Geht einem Pfadfinder mal durch Unachtsamkeit sein eigenes Friedenslicht aus, wird er es niemals mit einem Streichholz oder Feuerzeug neu anzünden, sondern es an einem anderen Friedenslicht anstecken. Die Verteilung funktioniert also ganz persönlich von Mensch zu Mensch, und es ist schon ein tolles Gefühl zu wissen: die kleine Kerze, die jetzt hier im Vogelsberg brennt, ist in einer nicht unterbrochenen Kette von Bethlehem aus weitergegeben worden – so wie alle anderen Friedenslichter in Europa auch.

Wer das Friedenslicht bei sich zuhause über Weihnachten brennen lassen möchte, entzündet daür am besten ein sogenanntes „Ewigkeitslicht„, eine Ölkerze, die je nach Größe bis zu neun Tage lang brennt. Aus Sicherheitsgründen sollte man das Friedenslicht in eine geeignete Laterne stellen.

Bilder vom Friedenslicht 2014
Bilder vom Friedenslicht 2013 und 2008
Bilder vom Friedenslichtgottesdienst 2009
Zur Geschichte des Friedenslichts (aus Bethlehem und Österreich)

Abschlusskreis nach dem Gottesdienst im Dom zu Fulda

Abschlusskreis nach dem Gottesdienst im Dom zu Fulda

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